Agiles Theater – Mythos Team

Mythos Team

Wenn Gruppenarbeit zum Selbstzweck wird

Teamwork heißt, das alle teamen und einer wörkt.

© Klaus Klages (*1938), deutscher Gebrauchsphilosoph und Abreißkalenderverleger

Ist Teamarbeit wirklich immer die Lösung?

Die Neigung, eine Herausforderung in Gruppen, im Team, anzugehen, ist dem Menschen in die urzeitliche Wiege gelegt. Unsere Vorfahren hätten als Individuen gar nicht überleben können. Die Zusammenarbeit unterschiedlicher Personen mit ganz unterschiedlichen Begabungen birgt den Vorteil, dass alle sich unterstützen und ergänzen. Umgekehrt profitiert dabei das Team von der Arbeitsteilung – jeder macht, was er gut kann. Das Ganze ist dann zum Schluss mehr als die Summe der Einzelteile.

Wenn alles gut läuft!

Tut es aber nicht immer.

Teams können die schönsten Projekte an die Wand fahren

Lässt man dem Kollektiv die Zügel schießen, kann Teamarbeit ganz schnell ins Gegenteil des Ideals umschlagen. Um der Harmonie in der Gemeinschaft willen werden kreative Anstöße der kantigeren Charaktere gern solange geglättet, bis sie jegliche Spontanität und Aufforderungscharakter eingebüßt haben.

Damit auch wirklich jeder zu Wort kommt und seinen Senf dazugibt, wird alles zerredet, bis man sich am Ende fragt, wozu man überhaupt angefangen hat.

Und dann – bleibt die Arbeit an dem hängen, der es als Letzter schafft, sich abzuseilen.

Kein Wunder, dass Teamarbeit in Verruf gekommen ist, wo es um Effizienz geht.

Die Mischung machts

Warum das so ist, haben Unternehmensberater schon lange erkannt. Teams, die zu homogen, zu „stromlinienförmig“ sind, können keine differenzierte Debatte mehr führen und mutieren zu einer harmoniesüchtigen Truppe von Ja-Sagern. Wirkliche Denkanstöße, die ein Projekt weiterbringen, leisten solche Teams nicht.

Umgekehrt ist es aber sehr schwierig, eine Gruppe von Personen zusammenzubringen, die mit individuellen Ideen, mit Ecken und Kanten, daherkommt. Hier ist ein hohes Maß an Motivation und vor allen Dingen sehr effektive Kommunikation gefragt. Solche Teams der kreativen Geister können Beachtliches leisten, allerdings oft dann, wenn es einen Teamleiter gibt, der die Chemie zwischen den Mitarbeitern konstant im Auge behält und gegebenenfalls auch mal eingreift.

Im Gegensatz zur landläufigen Meinung ist nämlich längst nicht jeder Mitarbeiter von Teamwork begeistert. Die richtigen Arbeitstiere und Schöpferischen haben meist schon erlebt, wie sich weniger Motivierte auf ihre Kosten ausgeruht haben und treten einem Team nur mit gemischten Gefühlen bei. Diejenigen, die nicht ganz so begabt sind, bringen wiederum eine Portion Neid oder Opportunismus mit. Teams sind also eine komplizierte Angelegenheit. Deshalb sollte innerhalb einer Organisation die Arbeit mit differenzierten Teams auch den komplizierten Aufgaben vorbehalten sein.

Einfache Tasks können nach wie vor – und zur effektiveren Bearbeitung – schlicht an Einzelpersonen gegeben werden.

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