Delegations-Poker – Agile Methoden

Delegations-Poker – Aufgaben delegieren lernen mit dem Kartenspiel

Delegation im Team üben

Eine beliebte, spielerisch agile Methode, mit der die Delegation im agilen Team besser gelingt, ist Delegation Poker. Das Tool ist aus dem Scrum bekannt und erfreut sich im Management 3.0 zunehmender Beliebtheit, denn das sinnvolle Abgeben von Aufgaben ist einer der „Knackpunkte“ in der Teamarbeit. Nur wenn die Delegation von Tasks so erfolgt, dass jeder genau weiß, was von ihm erwartet wird, und auch in der Lage ist, diesen Anforderungen zu entsprechen, führt die Projektarbeit zum Erfolg. Da im agilen Team eben nicht mehr von oben nach unten angeordnet und verteilt wird, sind die Entscheidungsspielräume für den Einzelnen auch größer und ist mehr Eigenverantwortung gefragt. Deshalb müssen alle Beteiligten das Delegieren aus einem ganz anderen Blickwinkel sehen. Delegations-Poker hilft dabei, die Schnittstellen auszuleuchten, Kompetenzen zu definieren und Entscheidungen flüssiger ablaufen zu lassen.

Das Verfahren

Das Kartenspiel verfolgt drei Hauptziele.

  1. Den Teilnehmern soll klar werden, dass das Abgeben von Verantwortung nicht aus den beiden Polen „Vollständige Kontrolle“ und „Einfach machen lassen“ besteht, sondern dass dazwischen Abstufungen existieren.

  2. Das Delegieren soll nuanciert erlebt werden und den Teammitgliedern das Wissen vermitteln, dass es für jeden eine angemessene Stufe der Eigenverantwortung gibt, die obendrein mit erworbenen Erfahrungen und Kompetenzen erhöht werden kann.

  3. Erfolgreiches Delegieren ist abhängig von der jeweiligen Situation und nicht immer und überall in gleicher Weise zu praktizieren.

So übt man Delegieren mit dem Pokerspiel

Nach einer einführenden Erklärung oder einem Impulsvortrag bilden die Teammitglieder Gruppen von 5-6 Personen. Jeder Teilnehmer erhält sieben Spielkarten. Diese decken die Abstufungen des Delegierens in 7 Phasen ab – von „Exakte Vorgaben“ bis „Vollständiges Delegieren“. Danach wird eine konkrete Arbeitssituation in den Raum gestellt – etwa zum Thema „Wieviel Mitspracherecht sollten die Mitarbeiter beim Budgeting für ihre Abteilung haben“. Alle haben Zeit, ihre eigenen Überlegungen anzustellen und entscheiden sich dann für eine der 7 Level der Delegation. Dann legen alle gemeinsam ihre Karten offen.

Nun wird besprochen, warum jeder Spieler seine Wahl getroffen hat. Der Hintergrund: Allen soll klar werden, was jeden einzelnen bei der Übernahme von Verantwortung motiviert oder abschreckt. Mit dem Offenlegen eigener Denkmuster und dem konstruktiven Vergleich mit den Ansichten anderer begegnet man einander in der Selbstorganisation in einem realistischen Rahmen. Das Aneinander-Vorbeireden, das der Delegation so oft die Effizienz nimmt, wird minimiert, die Team Kompetenzen werden gesteigert. Im Gegensatz zu schematischen Verfahrensvorgaben, die aktuellen Arbeitsanforderungen nicht Rechnung tragen, wird bei diesem Tool die individuelle Kompetenz berücksichtigt. Die Diskussion der Entscheidung in der Gruppe schafft Transparenz und erleichtert die Authorisierung im Ernstfall!

Quellen:

https://management30.com/product/delegation-poker/

https://en.wikipedia.org/wiki/Planning_poker

https://www.openpm.info/display/openPM/Delegation+Poker

http://maronsynergy.com/delegation-poker-ausprobieren/