Kudo-Karten – Agile Methoden

Kudo-Karten – Eine neue Feedback-Kultur im Management 3.0

Motivation und Transformation durch Gesten der Anerkennung

Eine der simpelsten agilen Methoden zur Veränderung der Feedback-Kultur im Team oder im Unternehmen sind Kudo-Karten. Sie geben ein ausgezeichnetes Feedback-Tool ab. Nach Appelo sind finanzielle Belohnungen sinnvoll, wenn es darum geht, die Erledigung wenig geliebter Tasks zu „versüßen“. Kudos hingegen sind ganz einfach Ausdruck gegenseitiger Wertschätzung und Anerkennung geleisteter Arbeit. Sie können als Feedback zwischen allen Beteiligten im Team genutzt werden, aber auch teamübergreifend oder abteilungsübergreifend. Kudo sind zwanglos, ausgesprochen un-hierarchisch und sollen nur eins leisten: Anerkennung formulieren.

Das Verfahren

Entweder nutzt man fertige Kudo-Karten – die Karten von Jürgen Appelo kann man bei Amazon bestellen – oder man entwirft seine eigenen. Eine ins Auge fallende Überschrift, am besten in fröhlichen Farben, sagt aus, worum es geht: Toll! Gute Arbeit! Vielen Dank! Die Zeilen darunter bieten Platz für einige persönliche Worte der Anerkennung. Die Karten können in eine Kudo-Box gelegt und in der Gruppe vorgelesen oder aber auch an einer Pinnwand angebracht werden. Die Empfänger können ihre eigenen Kudos auch an ihrem Arbeitsplatz sammeln und immer wieder anschauen. Sieht man schwarz auf weiß, dass man den Job X nach Meinung der Kollegin Y außergewöhnlich gut erledigt hat, bewirkt dies ein erstaunliches und nachhaltiges Wohlgefühl. Und nicht nur das – da Menschen soziale Wesen sind, bewirkt dies eine positive, intrinsische Motivation.

Wo zu Beginn gefragt wird: „Brauchen wir das?“ oder sogar „Wofür soll das gut sein?“ zeichnet sich Recht bald eine tiefgreifende Verhaltensänderung ab.

Mit den Kudo-Karten arbeiten

Das Tolle an den Kudo-Karten – das Team muss kein Feedback lernen. Ein Team oder eine Abteilung kann mit Kudo-Karten arbeiten, wann und wie gewünscht. Kudos können ständig vergeben werden. Man kann sie aber auch innerhalb eines agilen Teams nutzen, wenn ein Sprint besonders gut gelaufen ist, oder, im Gegenteil, wenn alles gründlich schiefgegangen ist. Bestenfalls ist das Kudo-System eine tolle Motivation, die ein Schlaglicht auf die Fähigkeiten und die Leistungen der Teammitglieder wirft, und in schwierigen, herausfordernden Situationen sind die Karten ein Mittel, mit dem sich die Beteiligten der gegenseitigen Wertschätzung versichern. Dies funktioniert deshalb so gut, weil die Kudo-Karten Verhalten belohnen, nicht den Output. Da die Kudos nicht mit materiellen Vorteilen verknüpft sind, sollten sie jenseits des üblichen Hauens und Stechens am Arbeitsplatz, etwa um Gehaltserhöhungen oder Beförderungen, funktionieren.

Hinweis: Bei längerer Verwendung innerhalb relativ fester Gruppierungen sollte bei dieser agilen Feedback-Methode darauf geachtet werden, ob es Personen gibt, die sehr wenige oder über einen längeren Zeitraum keine Karten erhalten! Vor dem Hintergrund gelebter Wertschätzung kann sich das Ausbleiben derselben doppelt de-motivierend auswirken.