Moving Motivators – Agile Methoden

Moving Motivators – Was bewegt den Einzelnen? Was bewegt das Team?

Motivationsfaktoren erkennen und einsetzen

Moving Motivators sind eine vielseitige, erstaunlich exakte und deshalb sehr beliebte agile Methode. Die Verwendung der Motivationskarten im Management 3.0 ist nicht nur auf das Team beschränkt, sondern kann auch für Einzelpersonen und in Eigenarbeit genutzt werden. Man kann sich über die eigenen Motivatoren klar werden, bei neuen Job-Angeboten prüfen, ob sie der eigenen Motivation entsprechen, und im Zug des Teambuilding abgleichen, wie jeder „tickt“. Dabei kann jeder die Karten für sich auslegen – bei Teams, die bereits öfter damit gearbeitet haben, kann man dazu übergehen, die Karten für einen Kollegen oder eine Kollegin anzuordnen. Fremd- und Selbstwahrnehmung treffen bei dieser Variante aufeinander und eröffnen Dialoge. Das Feedback zwischen allen Beteiligten fördert das Kennenlernen auf persönlicher Ebene und kann im Umgang miteinander für Verhaltensänderungen und mehr Empathie sorgen.

Auch bei Einstellungsgesprächen lassen sich die Moving Motivators einsetzen, um die intrinsische Motivation von Bewerbern im Gespräch auszuloten.

Die Anwendung

Mit den Motivationskarten kann man allein und im Team arbeiten. Sie können aber auch in anderen Bereichen eingesetzt werden.

  1. Wer die zehn Motivationskarten gelegentlich in Schlüsselsituationen für sich allein anordnet, hat ganz klar vor Augen, wie sich Elemente der eigenen Motivation verschieben – in ihren Prioritäten und Intensitäten. Vor allem angesichts beruflicher Entscheidungen eine echte Hilfe.

  2. Im Team erlauben die Motivationskarten, die Prioritäten und Vorlieben der Kollegen und die eigenen zu verstehen. Der Vorteil: Moving Motivators ist ganz wertfrei – am Ende soll eine verbesserte Kooperation und Kommunikation stehen.

  3. Personaler schätzen die Karten als Instrument bei Einstellungsgesprächen. Sowohl für die Einordnung des künftigen Mitarbeiters als auch für seine Position im Team erlauben die Motivationskarten erstaunlich exakte Rückschlüsse.

  4. Im innerbetrieblichen Krisenmanagement lässt sich mithilfe der Moving Motivators aufdecken, wo Konfliktpotential liegt und wie man Positionen verschieben kann, um das Arbeitsklima wieder ins Lot zu bringen. Wo wichtige Motivatoren bei allen Beteiligten in den Keller rutschen, ist es Zeit für den Teamleiter, die Geschäftsführung oder das HR-Management, tätig zu werden.

Und so machen die Karten Motivationen sichtbar

Die Moving Motivators bestehen aus einem Satz von 10 Karten, entwickelt von dem Coach Jurgen Appelo. Jede der Karten steht für einen Faktor der Motivation:

  • Neugierde (curiosity) – Es gibt jede Menge Sachen, die ich ausprobieren kann.

  • Werte (honor) – Meine persönlichen Werte spiegeln sich in der Gruppe wider und das fördert meine Loyalität.

  • Akzeptanz (acceptance) – die Menschen um mich herum bestätigen mich, in dem was ich tue und wer ich bin.

  • Können (mastery) – Meine Arbeit fordert meine volle Kompetenz, bleibt aber bewältigbar.

  • Einfluss (power) – Ich habe genügend Raum, um zu beeinflussen, was um mich herum geschieht.

  • Freiheit (freedom) – Ich bin unabhängig von anderen, was meine Arbeit und Verantwortlichkeiten betrifft.

  • Zugehörigkeit (relatedness) – Ich habe gute soziale Kontakte mit den Leuten in meinem Arbeitsumfeld.

  • Ordnung (order) – Um mich existieren Regeln und Sicherheit für eine stabile Arbeitsumgebung.

  • Ziel (goal) – Mein Ziel im Leben spiegelt sich in meiner Arbeit wider.

  • Status (status) – Meine Position ist gut und wird von den Menschen um mich herum anerkannt.

Die zehn Karten werden im ersten Teil der Übung von jedem Teilnehmer waagerecht vor sich ausgelegt, und zwar nach ihrer Wichtigkeit für den Einzelnen – von rechts = ganz wichtig nach links = unwichtig. Dies sollte etwa 15 Minuten in Anspruch nehmen. Hat jeder seine Karten angeordnet, sollten die Ergebnisse im Team begutachtet, erklärt und hinterfragt werden. Wichtig dabei: Mit den Motivatoren ist keine Wertung verbunden! Es geht einfach darum, sichtbar zu machen, was jedes Teammitglied antreibt.

Im zweiten Teil der Übung kann man die Beteiligten auffordern, darüber nachzudenken, welche ihrer Motivatoren in der letzten Zeit eine Veränderung durchlaufen haben, und zwar anhand einer konkreten Veränderung im Arbeitsumfeld, beispielsweise aufgrund einer Umstrukturierung, der Einführung einer neuen Software o.ä. Motivationsfaktoren, die sich zum Besseren verändert haben, werden nach oben verschoben, was sich verschlechtert, wird nach unten verschoben. Nach wenigen Minuten sollte auch hier verglichen und diskutiert werden.

Neben der Anwendung durch Einzelne lässt sich das Auslegen der Karten auch für das Team in seiner Gesamtheit praktizieren – hier müssen die Mitarbeiter im Gespräch herausfinden, auf welche Reihenfolge der Faktoren sie sich einigen.

Quellen:

https://management30.com/practice/moving-motivators/

https://www.inserteffect.com/blog/moving-motivators-herausfinden-wie-jeder-tickt

https://management30.com/practice/moving-motivators/

https://www.openpm.info/display/openPM/Moving+Motivators

#workout, Jurgen Appelo, pdf S. 395 ff

Ralph van Roosmalen, Doing it,36 ff.

https://www.youtube.com/watch?v=XeS1uqqKQvs